Dann veränderte sich mein Leben. In dieser Zeit nach den großen Reisen wurden meine beiden Kinder geboren – zwei neue Linien in meinem Leben, zwei eigene Wege, die neben meinem entstanden. Als sie klein waren, kamen Pferde, der eigene Hof und das Westernreiten dazu; ein Lebensabschnitt, der viel intensive Bewegung brachte und meinen Alltag über Jahre hinweg völlig prägte. Diese familiäre Phase lag weit vor dem Moment, an dem ich verstanden habe, was Kunst, das Fotografieren und das tiefe Reisen wirklich für mich bedeuten sollten.
Die Reisen wurden weniger, und irgendwann durfte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fliegen – überhaupt nicht mehr. Die Welt schrumpfte – aber sie vertiefte sich. Die großen Horizonte verschwanden, alle Flüge hörten auf. Doch das Reisen hörte nicht auf. Es wurde leiser. Näher. Innerer. Ich blieb ein Reisender – nur die Richtung änderte sich. Die Welt war nun kleiner geworden – aber sie wurde unendlich viel schärfer.
Inzwischen sind die Kinder erwachsen, jeder von ihnen steht längst fest auf seinem eigenen Weg. Das Leben wird übersichtlicher, ruhiger, klarer. Weniger äußere Bewegung – aber innerlich bleibt alles in Bewegung. Mein Kopf steht nie still. Ich brauche weiterhin Input, neue Eindrücke, neue Natur, neue Menschen, neue Orte, neue Geschichten. Dieses Bedürfnis nach Neuem ist kein Hobby, sondern Teil meines Wesens. Ich bin jemand, der immer weiterdenkt, der nie ganz stehen bleibt. Reisen ist für mich nie nur Fortbewegung. Reisen ist eine Art, die Welt zu lesen. Und diese Art bleibt.
Und genau dort, in dieser kleineren Welt, beginnt 2017 mein zweiter Teil.
Seit 2017 fotografiere ich wieder – und ich fotografiere Kämpfe. Echte Kämpfe, echte Menschen, echte Momente. Am Ring, zwischen den Runden, in den Sekunden, in denen sich alles zeigt. Ich beginne nicht nur zu fotografieren, sondern endlich zu verstehen, wie Bilder funktionieren. Warum manche bleiben. Warum manche sprechen. Warum manche treffen.
Am Boxring zeigt sich diese Art zu sehen besonders deutlich. Mich interessiert nicht nur die Dynamik, sondern das, was im Gesicht passiert. Dort gibt es keine Rolle, keine Inszenierung. In Sekundenbruchteilen zeigt sich echte Emotion: Anspannung, Mut, Erleichterung, Enttäuschung. Ich arbeite mit moderner Technik, die mir hilft, den Moment präzise einzufangen, aber das Bild entsteht nicht durch die Kamera. Es entsteht durch den Blick, der erkennt, bevor der Augenblick vergeht.
Wenn dein Blick den harten Kontrasten und den Geschichten der Kampfsport-Szene folgen will, folge diesem Link:
Es ist der künstlerische Blick für das Wesentliche, der meine Bilder heute antreibt. Heute geht es mir rein um die Freude an der kreativen Erschaffung und das ehrliche Handwerk. Ich interessiere mich für Kunst, für Fotografie, für künstlerische Bildgestaltung – für alles, was ein Bild tragen kann, wenn es ehrlich ist. Ich spiele bewusst mit Komposition, Licht und Kontrasten, um aus flüchtigen Augenblicken zeitlose Fotokunst zu erschaffen. Mich faszinieren die ungestellten Geschichten der Menschen, denen ich begegne, genauso wie die grafischen Formen moderner Architektur oder die unberührte visuelle Kraft der Natur.
Unter dem Motto „Loyal to the Core, Inspired by the Journey“ verbinde ich heute meine Persönlichkeit mit meiner kreativen Arbeit. Auf der einen Seite stehen für mich Werte wie Loyalität, Zuverlässigkeit und eine ehrliche, bodenständige Haltung zum Leben, die an jener alten Lindenallee geprägt wurde. Auf der anderen Seite zieht es mich auf meinen Reisen immer wieder hinaus in die Welt, um neue Inspirationen zu finden.
Lindenend ist heute kein geografischer Ort mehr, an dem meine Schritte enden, sondern das beständige Fundament für mein heutiges Leben. Es ist das Symbol für meine Wurzeln an jener alten Allee am Rande des Dorfes und gleichzeitig der Name meines heutigen Projekts, meines Schaffens bis zum heutigen Tage. Die Straße, die die Bäume einst verdrängte, führte mich hinaus in die Welt – und sie brachte mich zurück zum Kern. Es ist das feste Fundament, von dem aus ich die Welt betrachte: treu im Kern, inspiriert von der Reise.
Und die Reise geht weiter. Genau jetzt.
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